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  • AutorenbildMoni & Manfred

Über den Dempster Highway und den Tuktoyaktuk Highway zum Arctic Ocean

Aktualisiert: 22. Okt. 2023

18.06.2023 bis 30.06.2023


Am Sonntag, den 18. Juni starteten wir zum Dempster Highway. In Whithorse füllten wir nochmal Kühlschrank, Wasser, Diesel und Gas auf. Die ca. 500 km Anfahrt von Whitehorse aus verteilten wir auf zwei Tage. Kurz nach Whithorse verlassen wir den Alaska Highway und biegen rechts auf den Klondike Highway ab, den wir bis zur Abzweigung auf den Dempster befahren.

Der Klondike Highway ist eine 715 km Straße die von Skagway in Alaska bis nach Dawson City im Yukon verläuft, dem Zentrum des Klondike - Goldrauschs im Jahre 1898. Der Highway entspricht in etwa der Route, die die Goldsucher im Jahr 1898 nahmen.


Nach 326 km

ca. 10 km nach Summit Roudhouse

auf dem Klondike Highway 2

fanden wir im Wald, an einem See einen sehr schönen Stellplatz für die Anfahrt zum Dempster.


Der zweite Übernachtungsplatz war nach 190 km

bei Kilometer 5 auf dem Dempster Highway,

ein wenig abseits von der Straße.











Am Montagnachmittag kamen wir an der Abzweigung Dempster Highway 5 / Arctic Ocean, ca. 40 km vor Dawson City an. Diese Straße ist eine unserer Traumrouten für Kanada und wir waren voller Vorfreude was uns auf den nächsten 880 Kilometern alles erwartet.

An der Abzweigung konnten wir nochmal den Tank für einen relativ günstigen Preis voll machen. Am Dempster Schild trafen wir zwei Schweizer, die uns sagten das die Dieselpreise, je näher man nach Tuktoyaktuk kommt, steigen. Am Start des Highways weist ein Schild darauf hin, das es im Territorium Yukon auf dem Dempster keine Notfallersorgung gibt. Wenige Kilometer später fanden wir neben der Straße einen Übernachtungsplatz und die Drohne zeigte schon mal den Straßenverlauf für den nächsten Tag.



Erster Tag auf dem Dempster Highway

Der Dempster Highway, in Yukon der Highway 5 und im Northwest Territories der Highway 8, beginnt am Klondike Highway, rund 40 Kilometer östlich von Dawson City und endet 736 Kilometer später in Inuvik. In Inuvik beginnt dann die Verlängerung, der Tuktoyaktuk Highway hoch zum Arctic Ocean. Diese als ganzjährig befahrbare Straße endet nach 138 Kilometer an der kanadischen Nordküste im Ort Tuktoyaktuk. Lange hat es gedauert, bis wir den Namen ohne Stocken und dazu noch richtig aussprechen konnten. Der Straßenbau für diesen letzten Abschnitt begann im Januar 2014 und konnte im November 2017 eröffnet werden.


Der Dempster ist eine reine Schotterpiste, denn der Untergrund ist ein Permafrostboden, heißt der Boden ist immer gefroren und kann bei höheren Temperaturen teilweise tauen. Durch das Auftauen in der wärmeren Jahreszeit würde der Teerboden sich verändern und die Instandhaltungsmaßnahmen wären enorm. Eine Schotterstraße dagegen ist relativ einfach zu pflegen. Uns begegneten auch immer wieder Fahrzeuge, welche eine Schotterspur legten und das zweite Fahrzeug verteilte diesen Schotter relativ gleichmäßig über die Straße.


Nach ca. 71 Kilometern kam das Tombstone Interpretive Centre, eine Einrichtung die über Wanderungen, Bärensicherheit und Tierbeobachtungen informiert. Auch gibt es eine kleine Ausstellung zu besichtigen.

Unser Übernachtungsplatz war in/an einem Flussbett bei Kilometer 156. Es gibt bis nach Inuvik viele Stellplatzmöglichkeiten für Pause oder auch Übernachtung.



Der Abschnitt zum Arctic Circle

Wir hatten es nicht geplant, aber die Überquerung des Polarkreises war tatsächlich zur Sommersonnenwende am 21. Juni. Das heißt 24 Stunden Sonne und das Gefühl nicht müde zu werden. Unglaublich zu sehen, dass es in der Nacht so hell ist, dass man denkt es sei Nachmittag.


Kurz nach dem Schild Arctic Circle fanden wir bei Kilometer 407 einen unserer schönsten Stellplätze auf dem Dempster. Wir standen auf einem Plateau mit einer so schönen Sicht in die Weite.


Wenn da nicht diese nervigen Mosquitos gewesen wären, hätten wir den Abend im Freien genießen können.











An diesem Tag passierten wir die Grenze vom Yukon zum Nordwest-Territorium. Am Schild trafen wir einen Amerikaner, der in Schweinfurt aufgewachsen ist 😂, die Welt ist so klein.


Weiter ging es durch eine abwechselnde, beeindruckende und für mich eine der schönsten Landschaften zum Peel River. Dort angekommen setzte uns eine kleine Fähre rüber ans andere Ufer.


Wenige Kilometer später kam uns ein Auto mit einem 4x4 Wohnanhänger entgegen der seine Geschwindigkeit nicht drosselte und uns flog ein Stein in die Windschutzscheibe, auf der Fahrerseite 🙈. Somit war klar, dass wir die nächste Stellplatzmöglichkeit nehmen (Kilometer 582), damit Mani die Windschutzscheibe reparieren kann. Das hat auch super gut geklappt. Am Abend bekamen wir noch tierischen Besuch.



Am Freitag, den 23. Juni 23 setzten wir mit der zweiten, etwas größeren Fähre, über den Mackenzie River. Am anderen Ufer erwarteten uns Rene und Brigitte, zwei Schweizer, welche wir zum ersten Mal im Jasper Nationalpark trafen. Sie kamen vom Arctic Ocean zurück und gaben uns ein paar Info‘s bezüglich Tanken, Stellplätze etc.


Die Strecke bis nach Inuvik ist jetzt nicht unbedingt das Highlight vom Dempster, es geht sehr lange nur gerade aus. In Inuvik, bei Kilometer 731 stellten wir uns an den Boot Lake für eine Übernachtung.


Inuvik hat ca. 3200 Einwohner. Von Juni bis August scheint für 56 Tage die Mitternachtssonne und im Winter geht sie


für mehrere Wochen nicht auf. Die Temperaturen haben auch ihre Extreme, im Sommer bis maximal 31°, im Winter auch schon mal -57°. Den Ort muss man mögen um hier zu leben. Eine Sehenswürdigkeit ist die in Igluform errichtete Kirche. Daneben haben wir einen kleinen Farmer Markt besucht.



Die letzten rund 140 Kilometer zum Ende der Straße, nach Tuktoyaktuk zum Arctic Ocean liegen vor uns. Die Straße dahin schlängelt sich durch die Tundra, vorbei an Seen und Eishügeln, ein sehr schönes weites und flaches Gebiet. Durch den aufgewirbelten Staub sieht man schon von weitem, wenn einem ein Fahrzeug entgegen kommt.


Tuktoyaktuk hat ca. 900 Einwohner und liegt rund fünf Meter über dem Meeresspiegel. Am Ortseingang befindet sich ein Visitor Center, indem man seine Stellplatzgebühr bezahlen kann, wenn man am Arctic Ocean bleiben möchte.


Entgegen einigen Menschen, die im Arctic Ocean baden gehen wenn sie ihn erreichen, reichte es uns ihn zu sehen und ein Foto zu machen 😉.








Am nächsten Morgen machten wir uns über vier Tage verteilt auf den Rückweg.


Die Erdhügel auf Bild 1 nennen sich Pingos. Ein Pingo ist ein im Permafrost entstandener Erdhügel, dessen Innere aus einem Eiskern besteht. Pingos haben eine kreisrunde oder ovale Form und können einen Durchmesser bis zu 600 Metern und eine Höhe von bis zu 60 Metern erreichen. Über dem Eiskern befindet sich eine Erdschicht, die mit Vegetation bedeckt ist. Beim Abschmelzen des Eiskerns fällt der Pingo in sich zusammen und bildet eine Vertiefung im Boden. Auf Bild 2 kann man sehr gut ein Stück gewölbten Boden sehen unter dem ein bisschen von der Eisschicht des Permafrost erkennbar wird. Ich war total fasziniert.


Am Donnerstag, den 29. Juni kamen wir wieder zurück zum Anfang vom Dempster Highway. Mit vielen neuen Eindrücken, einer faszinierenden abwechslungsreichen Landschaft und Bruno war so schmutzig wie noch nie. Nach dem Tanken an der Einfahrt zum Dempster wollte Mani Öl nachfüllen und da hatte sich, wie auch immer es passieren konnte, der Öleinlass Schlauch gelöst, zum Glück ist er nicht verloren gegangen. Nachdem der Schlauch wieder am richtigen Platz fixiert war ging es nach Dawson City.



Das Dawson City eine Goldgräberstadt war ist deutlich erkennbar. Viele Häuser sind restauriert und neue Gebäude müssen sich dem historischen Stil anpassen.


Nachdem wir dort angekommen waren,


reihten wir uns zum Waschen, neben einigen anderen Reisenden, ein. Danach ging es mit der Fähre über den Yukon River zum Campground. Am nächsten Tag besuchten wir Dawson City für einen ausführlichen Spaziergang durch die Stadt. Sie strahlt eine besondere Atmosphäre aus.



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